"Nein" heißt "nein" - auch am Erlanger Berg

Claudia Siegritz vom Frauennotruf über sexuelle Belästigungen - 10.06.2017 18:52 Uhr

Claudia Siegritz vom Frauennotruf Erlangen. © Foto: Harald Sippel


Während der Bergkirchweih-Zeit werden Frauen besonders häufig von Männern sexuell belästigt. Gehört das also offenbar zum Feiern mit dazu?

Claudia Siegritz: Sexuelle Belästigung am Berg hängt meist mit der Enthemmung durch den Alkohol zusammen. Die jungen Männer und genauso junge Frauen trinken gemeinsam und sind in Feierlaune. Dann werden die Grenzen eben später gesetzt als sonst. Auf der Kerwa wird halt mal der Arm um die Schulter gelegt, es gibt Bussis — und manche Männer fassen das als Einladung auf, den Frauen an den Busen oder an den Hintern zu fassen. Trotzdem heißt "nein" eben einfach "nein"! Dann muss Stopp sein.

Also nix mehr trinken am Berg?

Siegritz: Naja, weniger wäre manchmal besser. Aber die Realität ist nun mal so, dass am Berg mit Alkohol gefeiert wird. Und trotzdem gilt, dass die Grenzen eingehalten werden müssen.

Und falls sie doch überschritten wurden?

Siegritz: Die Frauen kommen zu uns in die Beratungsstelle. Manchmal kommen sie auch erst einige Wochen nach der Berg-Zeit. Dann geht es um die psychische Aufarbeitung. Alles, was mit Krisenintervention und Stabilisierung zu tun hat, machen wir. Wenn sich allerdings herauskristallisiert, dass durch den Vorfall am Berg ein Trauma aus der Kindheit ausgelöst wurde, dann verweisen wir die Frauen an andere Fachleute.


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