Baumfällungen am Erlanger Berg: "Wir müssen sofort handeln"

Das Amt für Stadtgrün begründet die Arbeiten am Bergkirchweih-Gelände - 24.04.2019 18:12 Uhr

In der Kritik: Baumarbeiten auf dem Gelände der Bergkirchweih. © Horst Linke


"Aus Sicherheitsgründen müssen kurzfristig 25 Bäume im Bereich des Entla’s Keller sowie an der Berg- und der Rathsberger Straße, am Erich Keller und am Schützenweg gefällt werden. Auch drei Fällungen im Alteichen-Hainbestand an der Ebrardstraße sind notwendig", heißt es im Rathausreport.

Die Fällungen seien aus Sicherheitsgründen noch vor Beginn des Festbetriebes notwendig. Sogenannte Zugversuche hätten ergeben, dass die Haltefähigkeit der Wurzeln stark nachgelassen hat. Die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben, bei einem Unwetter könnten die Bäume umstürzen.

"Das Gutachten nimmt die Stadt in die Pflicht"

"Wir haben ein Gutachten vorliegen, das die Stadt in die Pflicht nimmt zu handeln, und zwar nicht irgendwann, sondern sofort", macht Christoph Kintopp, Leiter der Abteilung Stadtgrün, die Dringlichkeit deutlich. Der beginnende Laubaus-tritt erhöhe die Windlast extrem und damit das Risiko, dass die Bäume nicht mehr standhalten.

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Die Erlanger Bergkirchweih ist der Höhepunkt im Kalender der Hugenottenstadt. Seit über 250 Jahren wird an Pfingsten auf dem Festgelände am Erlanger Burgberg getrunken, gefeiert und getanzt. Wir blicken zurück in Zeiten, als Männer noch Hüte trugen und das Bier noch 6,50 Mark kostete.


"Zudem beginnen in Kürze die Aufbauarbeiten zur Kirchweih, dann können wir nicht mehr an den Bäumen arbeiten", so Kintopp weiter. Daher sei auch ein Stopp der Baumfällarbeiten bis zur nächsten Sitzung des Bauausschusses am 7. Mai nicht möglich, wie von der CSU gefordert.


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Martin Holzinger, Leiter des Bürgeramtes (Öffentliche Sicherheit und Ordnung), fügt hinzu: "Die Stadt hat für ihre im öffentlichen Raum stehenden Bäume eine Verkehrssicherungspflicht. Wenn sie erkennt, dass von diesen Bäumen eine Gefahr ausgeht, ist sie verpflichtet zu handeln. Sollte jemand durch einen umstürzenden Baum oder herunterfallenden Ast zu Schaden kommen, kommt sogar eine persönliche Haftung der Verantwortlichen in Betracht." Die Stadt wolle im Herbst, wo immer es der Standort zulasse, Ersatzpflanzungen vornehmen. Ziel sei es, ein ausgeglichenes Verhältnis von Jung- und Altbäumen auf dem Gelände zu erreichen.

Bereits in einem Gutachten zur Baumsicherheit am Bergkirchweih-Gelände aus 2016 sei festgestellt worden, dass bis zum Jahr 2036 rund 50 kranke Großbäume gefällt werden müssen. Zugleich wurden für 2018 Nachuntersuchungen festgelegt. Die nun durchgeführten Zugversuche gehen auf die Ergebnisse des Gutachtens aus 2018 zurück. Bei den jüngsten Zugversuchen wurden 48 Bäume geprüft, 20 davon können stehen bleiben, da dort andere Maßnahmen möglich sind, so die Verwaltung.


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