Postkarten reloaded
Christl Chmilewski verkauft Karten mit Motiven aus den 30er Jahren - 26.05.2012 21:48 Uhr
Direkt links vor der T-Gabelung der Bergstraße sitzt Christl Chmilewski in einem der ältesten Stände der Bergkirchweih: dem Postkartenhäuschen. Seitlich zu den Kunden wartet sie in ihrem kleinen Standl, ihr gegenüber Mitarbeiterin Hannelore Sorge. "Wenn hier die Musik am Abend losgeht, bin ich weg“, erklärt diese lachend. Dann kommt die Tochter von Christl Chmilewski und hilft ihr bei der Arbeit.
Christl Chmilewski (links) führt mit ihrem Postkartenhäuschen eine alte Familientradition fort.
© Adrian Drechsel
Die 53-Jährige Standbesitzerin verkauft seit ihrer Kindheit Postkarten an dem Stand ihrer Großmutter. Oma Marie Betschke zog schon 1950 über die Kirchweih, damals noch mit einem umgedrehten Waschbrett, und verkaufte Postkarten von dem hoch angesehenen Kunstprofessor Peter Bina. Dessen Motive bietet Christl Chmilewski neben anderen Karten noch heute an, sieben verschiedene sind es insgesamt. "Ich finde die Motive zeitlos und besonders, gerade weil sie so selten sind – sie stammen aus den 30er Jahren“, sagt sie. Vor allem bei Auswärtigen sind die traditionellen Postkarten beliebt: Touristen aus ganz Deutschland, Japan, China, Neuseeland und vielen anderen Ländern kaufen sie als Souvenir. Ob Tochter Ilona, die am Abend zur Ablösung kommt, die Familientradition fortführen wird, wenn Christl einmal nicht mehr im Stand sitzen kann, ist indes noch nicht sicher.
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