Der Berg platzt aus allen Nähten
Gutes Pfingstwetter sorgt für Rekord-Wochenende - Polizei staunt über wenig Zwischenfälle - 29.05.2012 08:59 Uhr
Selbst bei den Frühschoppen am Pfingstsonntag und -montag zeichnete sich ein hoher Zuspruch zur Bergkirchweih ab — auf den Kellern und unter den Bäumen südlich der Straße war kaum noch ein Platz zu finden. Gut aufgenommen wurde die Blasmusik.
© Bernd Böhner
So war an beiden Pfingstfeiertagen vor allem am Abend kein Durchkommen mehr möglich, aber bereits am frühen Nachmittag waren nicht wenigen Besuchern die Folgen der Frühschoppen anzusehen. Für die Berg- und Rettungswachen ergaben sich daraus erfreulicherweise nur wenig Einsätze. Der Rettungsdienst musste allerdings auffallend viele Fußverletzungen behandeln und rät zu festem Schuhwerk, da im Gedränge sich die Menschen nicht nur sprichwörtlich auf den Füßen stehen.
Das Ende der vierten Bergtags, des Sonntags, war allerdings nicht so friedlich wie der Beginn: So wurde ein 15-Jähriger aus dem Landkreis seinen Eltern übergeben, da er mit über 1,5 Promille deutlich alkoholisiert war. Das Geschehen setzte sich dann in der Stadt fort. Dort wurden gegen 4.30 Uhr drei 22-jährige Männer aus Bayreuth von einer Zivilstreife dabei beobachtet, wie sie aus einem Café an der Hauptstraße Stühle entwendeten. Die drei erheblich alkoholisierten jungen Männern nutzten auf ihrem Weg zum Bahnhof die entwendeten Sitzgelegenheiten immer wieder für kurze Pausen und wurden schließlich in der Paulistraße festgenommen. Dabei zeigten sie sich zunächst sehr aggressiv gegenüber den eingesetzten Beamten. Erst die Drohung mit einer Zelle beruhigte die Gemüter.
Die Farben des Bergs sind so vielfältig wie ein Regenbogen.
© Bernd Böhner
Den Bergtrubel nutzten zudem bislang unbekannte Täter, um im Gedränge gezielt Handtaschen und Geldbörsen zu entwenden. Allein am Sonntag wurden vier solche Fälle angezeigt.
Rote Karte
Sogenannte Fußballfans gerieten in der Bergstraße aneinander und sorgten für einen größeren Einsatz der Bergwache. Hierbei traktierten sich die Beteiligten mit Fäusten und einem Maßkrug. Nach Trennung der beiden Lager und folgenden Ermittlungen gab es für alle Beteiligten einen Platzverweis für den Bereich der Erlanger Bergkirchweih. Auch in der Innenstadt musste immer wieder bei Schlägereien geschlichtet werden. Nicht selten flogen aus nichtigem Anlass die Fäuste, wie bei einem Streit zweier alkoholisierter Personen um einen Sitzplatz im Bus. Bei einem anderen Duell reichte der Beschuss aus einer Wasserpistole oder ein Wortduell in einer Diskothek. Auffallend sind aggressive Gruppen, die immer wieder zahlenmäßig unterlegene Nachtschwärmer angreifen. Erst in den frühen Morgenstunden am Montagmorgen beruhigte sich das Einsatzgeschehen.
Was so ein Großraumtaxi von einem Stadtbus von der Bergkirchweih in die Innenstadt alles transportieren muss, würde in kein Goggo passen.
© Böhner
Als „außerordentlich friedvoll“ hingegen bezeichnete die Polizei den Samstag – trotz voller Keller kam es lediglich zu ein paar kleineren Sicherheitsstörungen. Auf dem Festgelände musste die Polizei lediglich eine Körperverletzung aufnehmen. Die „Nachfeiern“ am Martin-Luther-Platz und in der Innenstadt zogen sich bis weit nach 2 Uhr morgens hin. Hier blieb aber alles sehr friedlich, wie auch die Polizei lobend erwähnt.
Alles rund um die Erlanger Bergkirchweih finden Sie auf www.der-berg-ruft.de.
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